24.06.2018 05:17
 Startseite   Kontakt 
Impressum   Datenschutz
 CDU-Ratsfraktion Rheda-Wiedenbrück
 

Pressearchiv
13.11.2010 - Westfalen Blatt Übersicht | Drucken

»Gemeinsam länger lernen ist eine Phrase«

»CDU im Forum« mit Prof. Rainer Dollase

 »Ihr Vortrag war Balsam für meine Lehrerseele«, bedankte sich eine Pädagogin aus Rheda-Wiedenbrück bei Prof. Dr. Rainer Dollase (67). 

Foto
Nahmen auf dem Podium Platz: Referent Prof. Dr. Rainer Dollase, Michael Pfläging, Monika Schick (Organisation), Uwe Henkenjohann (Moderation), Bürgermeister Theo Mettenborg und Heinz-Georg Großerohde (von links)
Westfalen Blatt -

Der Schulexperte referierte auf Einladung der Rheda-Wiedenbrücker CDU-Fraktion im Rahmen der wiederbelebten Veranstaltungsreihe »CDU im Forum«. Nur etwa 70 Gäste lauschten im Reethus den Worten des Experten von der Uni Bielefeld, der die Schulstruktur und die Veränderung - die mögliche generelle Einführung der Gemeinschaftsschule etwa - durchleuchtete. 

Dollase hält längeres gemeinsames Lernen für eine Phrase. Schüler, die besonders gut seien, würden durch ein gemeinsames fünftes und sechstes Schuljahr unterfordert; Nicht so gute Schüler wiederum stünden ständig unter dem Druck, schlechter zu sein als andere. Ein Schüler, der für die Hauptschule geeignet sei, hätte viel mehr Motivation, weil er in dieser für ihn richtigen Schulform zu den Besten gehören könnte.

Es könne nicht sein, »dass alle Schüler das Abitur machen und studieren«, sagte der Professor. »Wir brauchen auch weiterhin die Menschen, die arbeiten können, und zwar körperlich«, machte er deutlich. Dachdecker, Tischler, aber auch Hilfsarbeiter bräuchte die Gesellschaft, um zu funktionieren, dass dürfe man nicht durch eine falsche Schulpolitik kaputt machen. Eine individuelle Förderung jedes Kindes hält er für optimal.

Dollase ist in vielen Ausschüssen und Gremien unterwegs und kümmert sich auch um Randgruppen. Seiner Meinung nach ist es am wichtigsten, dass Mädchen und Jungen früh einen guten Kindergarten besuchen, dort gutes Sozialverhalten mit auf den Weg bekommen, Kinder mit Migrationshintergrund zudem die deutsche Sprache spielerisch erlernen.

Nicht alle Zuhörer stimmten der Meinung des Experten zu. Eine rege Diskussion schloss sich an den einstündigen Vortrag an. Eine Gesamtschule in Rheda-Wiedenbrück zu gründen, hält der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Michael Pfläging, für unnötig. Die Kinder, die derzeit nach Gütersloh zur Janusz-Korczak-Gesamtschule gingen, würden das wegen des sehr guten Konzeptes machen, nicht wegen der Schulform. Würde man in Rheda-Wiedenbrück beispielsweise ein Gymnasium zur Gesamtschule umformen, würden garantiert Gymnasiasten nach Gütersloh oder Lippstadt abwandern.

Bürgermeister Theo Mettenborg sagte, er kenne »zumindest einen Hauptschüler, der heute Bürgermeister ist«. Und machte damit deutlich, dass es wichtig sei, Eltern zunächst die für ihre Kinder richtige Schulform wählen zu lassen. Später hätten die Kinder noch alle Chancen und Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Die Stadt sei mit allen Schulformen sehr gut aufgestellt, so Mettenborg. Sicherlich müsse man den demografischen Wandel im Auge behalten, doch »wir haben Zeit und müssen nichts überstürzen«. 

Fazit des Abends: Die Eltern sollten befragt werden, was sie sich wünschen. 


CDU Landesverband
Nordrhein-Westfalen
Ticker der
CDU Deutschlands

 
   
0.04 sec.