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13.11.2010 - © 2010 Neue Westfälische Übersicht | Drucken

Experte hält längeres gemeinsames Lernen für eine Phrase

Prof. Dr. Rainer Dollase referiert bei der Veranstaltung „CDU im Forum“ über die Gemeinschaftsschule

„Ihr Vortrag war Balsam für meine Lehrerseele“, bedankte sich eine der zahlreichen Besucherinnen Prof. Dr. Rainer Dollase. Der Schulexperte referierte auf Einladung der CDU-Fraktion im Reethus in der nach vielen Jahren neu aufgelegten Reihe „CDU im Forum“. Gut 70 Gäste lauschten dem des 67-Jährigen von der Uni Bielefeld, der die Schulstruktur und die mögliche Veränderung wie die generelle Einführung der Gemeinschaftsschule durchleuchtete.



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Prof. Dr. Rainer Dollase, Michael Pfläging, Monika Schick, Uwe Henkenjohann, Bürgermeister Theo Mettenborg und Heinz Georg Großerohde (v.l.)
© 2010 Neue Westfälische -

„Den meisten Anwesenden sprach der Pädagoge scheinbar aus der Seele. Er hält längeres gemeinsames Lernen für eine Phrase. Besonders gute würden durch ein gemeinsames fünftes und sechstes Schuljahr unterfordert; andere Schüler spürten ständig den Druck, schlechter zu sein als andere. Ein Hauptschüler sei viel motivierter, weil er in der für ihn richtigen Schulform zu den Besten gehören könne. Nicht alle Schüler könnten schließlich das Abitur machen und studieren.

„Wir brauchen weiterhin die Menschen, die arbeiten können, und zwar körperlich“, so Dollase. Dachdecker, Tischler, Klempner, aber auch Hilfsarbeiter brauche die Gesellschaft um zu funktionieren, dass dürfe man nicht durch eine falsche Schulpolitik kaputt machen.

Laut Dollase sei es am wichtigsten, dass Kinder früh einen guten Kindergarten besuchen und dort zum einen ein gutes Sozialverhalten mit auf den Weg bekommen und Kinder mit Migrationshintergrund dort zum anderen die deutsche Sprache spielerisch erlernen.

Nicht alle Zuhörer stimmten dem Experten zu. Eine rege Diskussion schloss sich an den einstündigen Vortrag an. Dr. Wolfgang Lewe, CDU, meint, dass alle Kinder gleich gefördert werden müssten – beispielsweise auf einer Gesamtschule.

Eine Gesamtschule in Rheda-Wiedenbrück zu gründen, hält Michael Pfläging, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, für unnötig. Kinder, die derzeit nach Gütersloh zur Janusz- Korczak-Gesamtschule gehen, würden das wegen dem sehr guten Konzept machen und nicht wegen der Schulform, glaubt er. Würde man in Rheda-Wiedenbrück beispielsweise ein Gymnasium zur Gesamtschule umformen, würden garantiert Gymnasiasten nach Gütersloh oder Lippstadt abwandern, weil diese Gymnasien einen ebenso guten Ruf hätten. „Das ist eine reine Umverteilung der Schüler“, so Pfläging.

Bürgermeister Theo Mettenborg sagte: „Ich kenne zumindest einen Hauptschüler der heute Bürgermeister ist.“ Damit wollte er deutlich machen, wie wichtig es ist, dass Eltern für ihre Kinder zunächst die Schulform wählen, die für sie richtig ist und die dann später immer noch alle Chancen und Möglichkeiten haben sich weiterzubilden. Die Stadt sei mit allen Schulformen sehr gut aufgestellt und die Schulen würden wertvolle pädagogische Arbeit leisten. Zwar müsse man den demografischen Wandel im Auge behalten, doch „wir haben Zeit und müssen nichts überstürzen“.

Matthias-Claudius-Schulleiter Reinhard Mader erklärte, dass er und sein Kollegium an seiner Hauptschule die Jugendlichen stark machen würden für den Berufsalltag und viele der Schulabgänger direkt eine Ausbildung beginnen würden.

Fazit war zum Schluss jedoch, dass man die Eltern befragen sollte, was sie sich wünschen.


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